Lobbyismus in Reinkultur auf dem “Windgipfel”:

Wirtschaftsminister Altmeier kämpft für die Windkraftbranche

Mit Blick auf die kriselnde Windindustrie und drohende Jobverluste sagte Altmaier:
„Wir möchten, dass diese Branche erhalten bleibt und dass sie eine Zukunftsperspektive hat.“(WELT.de)

Stichworte:

  • Zunächst keine konkreten Ergebnisse, weitere Stellungnahmen und Diskussionen sollen folgen
  • Zentrales Thema ist die Rettung der Windkraftbranche
  • Einigkeit unter den Beteiligten des “Windgipfels”, dass Energiewende als wichtiger Teil der Strategie für Klimaschutz und gegen Erderwärmung zum Erfolg geführt werden muss
  • “Schwere Probleme” beim Ausbau der WEA an Land sollen angegangen und verändert werden
  • 60 Interessenvertreter waren eingeladen, die WK-Industrie war vertreten durch Manager der Firmen Enercon, Vestas, Juwi und EnBW
  • Lobbyisten, hier in Person der Grünen Verlinden und Untersteller und des SPD-Umweltministers in NDS, Lies, fordern eine Beschleunigung des Windkraftausbaus durch Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und mehr Flächen
  • Wirtschafts- und Umweltverbände, BWE, BDEW, VDMA, DUH und Greenpeace legen gemeinsames Konzept zur Ankurbelung des Ausbaus der Windenergie vor und fordern z.B.
  • Ausweisung von mehr Flächen, schnellere Genehmigungspraxis auch beim Thema Flugsicherung*, eine wirtschaftliche Beteiligung von Gemeinden an Windparks und zügige Umsetzung einer Steigerung von Akzeptanz

JR

*Einschränkung der Sicherheit für Luftfahrt und Bevölkerung
Welt: “Der Bundesverband Windenergie hatte der Deutschen Flugsicherung (DFS) vorgeworfen, auf einen übertrieben weiten Abstand von 15 Kilometern zwischen Windrad und Flughafen zu bestehen. International üblich seien nur zehn Kilometer. Laut Windbranche würde durch die UKW-Drehfunkfeuer der Flugsicherung der Bau von knapp 1000 Windrädern mit einer Leistung von 2370 Megawatt verhindert.

Die Deutsche Flugsicherung war zum Windgipfel zwar nicht eingeladen. Doch hatten die Radarbetreiber schon zuvor deutlich gemacht, dass sie bei der Abwägung zwischen Wirtschaftsinteressen der Windbranche einerseits und den Sicherheitsinteressen von Flugpassagieren andererseits wenig Raum für Kompromisse sehen. […]”

welt.de:

„Wo war er denn in den letzten Monaten?“ – Scharfe Kritik an Altmaier

Von Daniel Wetzel

Seit 2017 hat die Windindustrie 26.000 Arbeitsplätze abgebaut, der Ausbau stockt. Doch das Krisentreffen zur Zukunft der Energiewende geht in Berlin ohne konkretes Ergebnis zu Ende.
Windkraftkritiker und die Opposition zeigen sich nach dem Treffen ernüchtert.

[…]
Auch angesichts der knappen Redezeit von nur rund drei Minuten pro Vortrag zeigte sich Detlef Ahlborn, stellvertretender Vorsitzender der windkraftkritischen Initiative „Vernunftkraft“, nach der Veranstaltung „deprimiert“: „Ich komme mit einem sehr mulmigen Gefühl aus dieser Sitzung.“ Die dort geäußerten Vorstellungen, es lasse sich die Akzeptanz der betroffenen Bürger vor Ort mit einer finanziellen Beteiligung der Kommunen an Windkraftprojekten herstellen, seien unrealistisch.
[…]

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Weitere lesenswerte Artikel zur Windkraft in WELT.de

Vorbereitung auf die nächste Panikattacke inszeniert durch “Greta und ihre Lobbies”?

Acht Jahre Energiewende – jetzt droht ein Versorgungsproblem

Daniel Wetzel

Die Unternehmensberatung McKinsey verfolgt mit ihrem „Energiewende-Index“ seit acht Jahren, wie der ökologische Umbau der deutschen Energieversorgung voranschreitet. Wann immer Bundeskanzlerin Angela Merkel oder die Energiewende-Strategen der Bundesregierung messbare Planziele vorgaben: Die McKinsey-Experten hielten genau nach, inwieweit die Werte erreicht oder verfehlt wurden.

Jetzt, vor dem Jahr 2020, dem Zieldatum vieler Energiewende-Planungen und -Versprechen, zieht das Team um den McKinsey-Senior-Partner Thomas Vahlenkamp eine Gesamtbilanz der Entwicklung seit 2012. Sie fällt desaströs aus […]

Leseproben:

“Womöglich könnte Deutschland dann irgendwann seinen Strombedarf noch nicht einmal mehr durch Importe decken, warnt McKinsey: „Mittelfristig besteht das Risiko, dass im gesamten europäischen Verbund nicht mehr ausreichend Versorgungskapazität vorhanden sein wird.“

“In diesem Fall müssten große Industriebetriebe oder sogar Siedlungsbereiche planmäßig und rotierend vom Netz genommen werden, um einen ungeplanten Blackout zu verhindern. Für das Image des Industriestandorts Deutschland aus Sicht ausländischer Investoren wäre das sicherlich verheerend.”

„Kleine Richtungsanpassungen reichen nicht mehr aus, um die Energiewende zurück in die Spur zu führen“, lautet das Fazit der Expertengruppe:
„Gefordert ist vielmehr eine grundlegende energiepolitische Kehrtwende.“

Mit Dank an Wolfgang und Tilo!

Überschätzte Windkraft

Von Daniel Wetzel

Der Wind ist eine Energiequelle, die viel Platz braucht und wenig Strom liefert, meint Daniel Wetzel.

Als Hernando Cortez 1519 in Mexiko landete, ließ er seine Schiffe am Strand verbrennen. Ohne Hoffnung auf Rückkehr sollten seine Soldaten tapferer kämpfen.
Die Strategie des spanischen Eroberers inspirierte offenbar die Bundesregierung zu einer ebenso waghalsigen Energiepolitik.

Windkraft-Kollaps gefährdet Deutschlands Energiewende

Veröffentlicht am 25.07.2019 | Lesedauer: 6 Minuten
Von Daniel Wetzel

Der Ausbau der Windkraft ist im ersten Halbjahr dieses Jahres auf den niedrigsten Stand seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahre 2000 zurückgefallen. Unter dem Strich kamen nur noch 35 Windräder hinzu mit einer Leistung von 231 Megawatt. „Das entspricht einem Rückgang von 82 Prozent im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahreszeitraum“, bilanzierte der Bundesverband Windenergie (BWE) in Berlin.

„Die Bundesregierung spricht einerseits von der Erreichung ambitionierter Ausbau- und Klimaschutzziele für die Jahre 2030 und 2050, andererseits fehlt hierfür die Perspektive“, sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE): „Das Delta zwischen Anspruch und Wirklichkeit nimmt zu.“

Die Gründe für den Einbruch bei den Neubauzahlen sind vielfältig. Anders als in früheren Zeiten sei eine zu geringe Vergütung für produzierten Windstrom diesmal nicht die Ursache. „Es geht nicht ums Geld“, erklärte Albers: „Die Energiewende wird im Kleinen ausgebremst.“

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