Mehr Zwang und Geld – DK: wind2050 – Abschlussbericht inkl. aktuellem Stand der dänischen Studien zum Windradschall

Wir erinnern uns an das vom dänischen Steuerzahler finanzierte Lobbyprojekt, das 2014 vorgestellt wurde und an die Ausspäh-Aktion aller damals aktiven internationalen Windkraftgegner-Organisationen durch die Windkraftprofiteure um den weltweiten Branchenfüher Vestas:
Windkraftgegner im Fadenkreuz
Windkraftgegner weltweit – Ausspioniert und Analysiert
http://www.windwahn.de/index.php?option=com_content&view=article&id=941&catid=52&Itemid=1026

Nun berichtet Greta Gallandy-Jakobsen über die Ergebnisse und Empfehlungen der Forscher der dänischen Windkraftlobby und zum derzeitigen Stand der Studien der Krebsbekämpfungsgesellschaft – mit dickem Dankeschön!

Lesenswert!

Empfehlungen des staatlich finanzierten Windlobbyprojektes wind2050: Mehr Zwang und Geld

Steuerfinanziert:
20 Mio. fürs Lobbyprojekt wind2050 versus 1,7 Mio. für die Windradlärm-Studie
Als das dänische ”Forschungsprojekt” wind2050 (wind2050.dk) im Januar 2014 in der Nachrichtenzeitung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders dr.dk vorgestellt wurde, waren dänische Windkraftkritiker entsetzt.
Wie bitte? 20 Millionen staatsfinanzierte dänische Kronen an Forschungsgeld für die Interessen der Windkraftlobby und lächerliche 1,7 Millionen Kronen für die Gesundheitsuntersuchung über Windradlärm?
https://www.dr.dk/nyheder/viden/miljoe/vindmoelle-modstandere-kraever-medvind

Windwahn.de berichtete ausführlich über das erste Treffen der Lobbyisten, bei dem die Kartierung aller damals bekannten aktiven Windkraftgegner vorgestellt wurde. Windkraftgruppen aus aller Welt reagierten mit einem empörten Aufschrei. Wie kann es sein, dass die dänische Windindustrie und ihre Lobbyverbände sich einen totalen Überblick über die Protestgruppen aller Länder und ihre Kommunikation untereinander verschaffen dürfen? Wie kann es sein, dass der dänische Staat solch ein von der Windindustrie erwünschtes oder gar verlangtes Projekt finanziell unterstützt, aber die Forschung über den Gesundheitszustand von Windkraftanwohnern mutwillig vernachlässigt? Die Gesundheitsuntersuchung sollte nach Wunsch der Ministerien einfach alle Verdachtsmomente entkräften, wie die Briefe an die Kommunen dokumentierten.
Das wind2050-Projekt hatte aufgrund der massiven Kritik aus aller Welt jegliches Wohlwollen und seine Glaubwürdigkeit verloren und verschwand nach kurzer Zeit aus dem Fokus von dr.dk.
Windkraftkritiker haben das Projekt allerdings nicht vergessen und behielten die fortlaufenden Ergebnisse im Auge, ebenso wie die wissenschaftlichen Artikel der Forschergruppe von Kræftens Bekæmpelse. (Private Organisation ”Krebsbekämpfung”)

Sechs Teile der dänischen Gesundheitsstudie zur Langzeitwirkung von Windkraftschall jetzt in der wissenschaftlichen Prüfung
Veröffentlichungen in Intervallen voraussichtlich bis Ende 2018
Ursprünglich sollten beide Projekte nach 3 Jahren abgeschlossen sein, was jedoch nicht gelang. Es fehlen bis heute noch 6 Teile der Gesundheitsuntersuchung, die allesamt von Langzeitwirkungen handeln.
Die Themen sind hoher Blutdruck, Herz- und Gefäßkrankheiten, Schlafstörungen, Depression und geringes Gewicht Neugeborener.

Die Forschergruppe hat vor Kurzem mitgeteilt, dass alle restlichen Studien nun eingereicht worden sind und die normale Prozedur des Peer Review, also der Prüfung durch Kollegen, durchlaufen. Die Veröffentlichung der einzelnen Artikel wird nach und nach kommen und könnte am Ende des Jahres 2018 abgeschlossen sein. Es ist übrigens nicht ungewöhnlich, dass wissenschaftliche Artikel erst nach vielen Monaten herausgegeben werden, aber Windkraftnachbarn haben die schlimmsten Befürchtungen. Werden die Ergebnisse der Forscher bald vertuscht oder kleingeredet, wie es bereits mit der ersten Studie versucht wurde?

Das Projekt wind2050.dk war ebenfalls verspätet. Im Mai 2018 erschien jedoch eine Zusammenfassung, die von Mitarbeitern der Organisation Concito.dk verfasst wurde und an erster Stelle der Publikationen steht:
http://www.wind2050.dk/publications

Dänische Sozialdemokraten träumen von „Grüner Großmacht – Dänemark“

CONCITO war ebenfalls Teilnehmer des Projektes und gehört zur Lobby der dänischen Windindustrie. Siehe https://concito.dk/danmark-groen-vindernation Die unverhohlen großspurige Botschaft des Propagandavideos ist, dass Dänemark die grüne “Gewinnernation” sei. Das passt dann ausgezeichnet zur gegenwärtigen Rhetorik der dänischen Sozialdemokraten. In der gegenwärtigen Kampagne der Partei wird Dänemark als zukünftige “Grüne Großmacht” gefeiert, welche alle anderen Länder ”vor Neid grün” werden lässt… http://www.socialdemokratiet.dk/da/nyhedsarkiv/2018/4/danmark-skal-igen-vaere-en-groen-stormagt/ Das ist übrigens ausgesprochen peinlich für alle Dänen, die ein Gespür für ganz normale soziale Umgangsformen haben und immer noch die Begriffe “Demut” und “Bescheidenheit” kennen und schätzen.
Der Titel von CONCITOs Schrift heißt: ”Lokale Akzeptanz und Entwicklung von Windmühlenprojekten – Zusammenfassung des wind2050-Projektes.”

Die Kurzfassung in für dänische Verhältnisse ungewohnt verschnörkelter Sprache:
”Im Zeitraum zwischen 2014-2018 hat das interdisziplinäre Forschungsprojekt daran gearbeitet, Schlüsselfaktoren zu analysieren und identifizieren, welche die örtliche Akzeptanz von Windmühlenprojekten verhindern oder fördern. Dieser Bericht fasst die Ergebnisse des wind2050-Projektes zusammen und gibt eine aktuelle Präsentation für die Planung und Etablierung von Landwind (Anm. der Red.: on shore) in Dänemark. Auf dieser Grundlage wird auf eine Reihe von Schlüsselfaktoren zur Förderung der Etablierung von Windmühlenplanung in den Kommunen hingewiesen, welche wesentlich einzubeziehen sein werden in der fortgesetzten Arbeit von Etablierung von Landwind in Dänemark, unter anderem mehr vertrauenserweckende Institutionen, örtliche Mitbeteiligung, Investitionen in den Gemeinden, bessere Rahmenbedingungen für die Planung der Kommunen und frühzeitige Einbeziehung der Bürger.”
Es geschieht mit Absicht, dass der dänische Begriff ”vindmølle” hier mit Windmühle übersetzt wurde. Es illustriert sehr anschaulich, wie die Bevölkerung mit dem historischen Begriff für die einstmals verwendeten Kornwindmühlen eingelullt wird. „Windkraftanlage“ ist kein Wort, welches die Medien verwenden. Die dänische Stadtbevölkerung soll sich am liebsten wogende Kornfelder und grüne Landschaften vorstellen, niedliche Kinder, kleine Hunde und die totale globale Harmonie. Hier ein Propagandavideo von DONG, das sich vor kurzer Zeit in Ørsted umgenannt hat. Natürlich gehört der Konzern ebenfalls zu den Teilnehmern von wind2050. DONGS Öl- und Gasengagement ist out, hier kommt der Wind: https://orsted.com/-/media/WWW/Videos/Corp/Corporate_brand_videos/Brand%20Film%202017_English_LowRes_Longform
Der logische Schluss der urbanen Windkraftbefürworter scheint zu sein, dass Windkraftanlagen wegen der nicht vorhandenen Schornsteine notwendigerweise umweltfreundlich sein müssen. Landbewohner, welche tägliche und nächtliche Erfahrungen mit den gigantischen lärmenden Industrieanlagen haben, kennen die Realität.

Lobbyisten und Ideologen aus windkraftfreien Vororten gegen vermeintlich rückständige Landbevölkerung mit Fortschrittsangst

Nach Ansicht der grünen Lobby, die sich gemütlich in den windkraftfreien Vororten der Hauptstadt eingerichtet hat, muss die fehlende Akzeptanz der Landbewohner so verstanden werden, dass die etwas rückständige ländliche Bevölkerung sich gegen den notwendigen Fortschritt wehrt, und zwar genau wie damals, als die ersten Dampflokomotiven und Automobile kamen. Es ist sehr symptomatisch für das Vorgehen der Windkraftlobby, dass zur Verbesserung der Akzeptanz ein neues Studium erfunden wurde, und zwar ausgerechnet an der windkraftdominierten Universität Aalborg. Es wurde bereits 2011 etabliert und nennt sich Technoanthropologie. Die studierten Experten sollen eine Vermittlerrolle zwischen dem technischen und dem humanistischen Aspekt der Industriegesellschaft einnehmen, also einen wenig angenehmen Platz zwischen zwei Stühlen.

CONCITO hat auf Grundlage der Ergebnisse von wind2050 u.a. folgende Empfehlungen präsentiert:

”Es besteht der Bedarf an Belohnung und Strafe (gulerod og pisk = Karotte und Peitsche)
Belohnung in Gestalt von Arbeitsplätzen und Investitionen in der örtlichen Gemeinschaft und finanzieller Gewinn für Teilhaber. Strafe in Gestalt von Konsequenzen für Kommunen, die insgesamt gesehen nicht die Zielsetzungen erfüllen. Es sollte eine Quotenordnung eingeführt werden, um die optimierte Etablierung von Windmühlen zu sichern.“
„Die Kaufrechtsregelung war nicht effektiv genug, weil es zu teuer ist, Anteile zu kaufen und weil sie von vorurteilsbedingten Haltungen zu Windmühlen abhängig ist. Sie sollte mehr flexibel ausgerichtet sein, d.h. dass die nächstliegenden Anwohner den größten Rabatt (beim Kauf von Anteilen – Anm. der Red.)bekommen und es sollte eine Wohnortpflicht bei Gebrauch der Regelung geben.“

„Freiwilliger Kauf („Rauskauf“ – Anm. der Red.) oder Enteignung von Wohnhäusern in potentiellen Windmühlengebieten.“

„Eine bessere Kommunikationsstrategie schon in Verbindung mit der Formgebung von Themaplänen (in der Planungsphase der Projekte – Anm. der Red.), unter Nutzung von sozialen Medien, um einen laufenden Dialog mit den Bürgern zu sichern und parallele Informationskanäle zu vermeiden.“

Schlüsselfaktoren für die Förderung von Windmühlenplänen

Finanzielles Incitement (Finanzielle Anreize – Anm. der Red.)

Leichterer Zugang zu Windkraftflächen (Enteignung)

Verpflichtende Zielsetzung von Staat und Kommune”

Man bekommt eine Gänsehaut bei dieser Rhetorik, die verheerend an die Epoche der Sowjetunion erinnert.
Eine Bemerkung dieses staatsfinanzierten Lobbyprojekts muss unbedingt hinzugefügt werden:

”Es gibt keine Dokumentation darüber, dass niederfrequenter Lärm ein besonderes Problem ist. Man sollte erwägen, die Kommunikation um Lärm von Windmühlen für die Nachbarn besser und mehr verständlich zu machen. Gleichzeitig sollte die Industrie die Sorgen der Bürger ernst nehmen und daran arbeiten, die Mühlen noch lärmschwächer zu machen.”

Anm. d. Red.: Das ist so sachlich und fachlich falsch. Bereits 2004 hatte VESTAS Mitarbeiter Sloth auf der AUSWEA-Konferenz über Infraschallprobleme berichtet und dass VESTAS (bzw. die Branche) über kurz oder lang das Problem einholen wird.
http://www.windwahn.de/index.php/krankheit-56/allgemein/skandal-in-der-sauberen-windkraftbranche.html

Außerdem gibt es in den letzten Jahrer weitere Untersuchungen – auch von Windkraftbefürwortern, wie Dr. Johannes Pohl von der Uni Halle-Wittenberg:
http://www.windwahn.de/index.php/krankheit-56/laerm/laermstudie-in-niedersachsen-bis-20-hz-45-prozent-der-anwohner-sind-mittel-bis-stark-belastet.html

Das also war das Ergebnis staatlich geförderter Forschung im dänischen Königreich im Jahre 2018.
Der Sinn für Humor kann einem leicht abhanden kommen, wenn man so viel industriegesteuerte ”Wissenschaft” betrachtet. Auch wenn man geneigt ist, sich auf etwas deprimierte Weise von Wilhelm Busch inspirieren zu lassen und die Lage ungefähr so formuliert: “Die Windindustrie in ihrer Not, haut und trampelt alles tot”, gibt es doch Lichtblicke und Einsicht. Die Windindustrie ist tatsachlich in Not, denn die massiven dänischen Proteste gerade im belasteten Jütland haben vor kurzem mehrere lukrative Projekte zerschlagen.

Schadenfreude ist auch eine Freude.

Den Mitarbeitern von CONCITO ist dazu ein kleiner Schreibfehler unterlaufen, der Windkraftnachbarn ein wenig Hoffnung gibt. Ein kleiner Buchstabe zu viel und die Bedeutung wird frisch und neu.

In einem kleinen Abschnitt auf Seite 33 geht es um öffentliche und private Zusammenarbeit, um “Schlichtungs-Institutionen” aufzubauen. Sie sollen die ”bessere Kommunikation von Interessen und Werten quer durch die Kommune sichern, unter privaten Projektierern und Bürgern”. In der Klammer heißt es dann: ”Es gibt sie, aber sie sind „FÅR“ und haben nur begrenzte Ressourcen und Einfluss (Samsø Energiakademie, Gate 21, Projekt Zero)

FÅR kann als får = ”bekommen” gedeutet werden, aber das passt hier nicht als Verb. Deshalb gehen wir davon aus, dass „får“ als ”Schaf” verstanden werden muss. Wir übersehen dabei gerne und mit Absicht, dass „få“ ohne das ungewollte „r“ einfach nur „wenige“ bedeutet, was ja auch nicht schlecht ist.

Nun wird es uns sofort leichter ums Herz, denn hier wird ja in Gestalt einer Fehlleistung zugegeben: ”Es gibt sie, aber es sind Schafe und sie haben nur begrenzte Ressourcen und Einfluss.”

Wir sehen nun ganz plötzlich eine gigantische Herde von grünen Schafen vor uns, welche sich immer noch weigert, etwas über die erlebte und erlittene Windkraftrealität vor, hinter und neben dem Haus zu lernen. Sie blöken weiterhin von grüner Energie auf ihrer saftigen Weide der Subventionen.

Es ist an der Zeit, den grünen Schafen die Macht zu entreißen.
Greta Gallandy-Jakobsen

Ein Kommentar

  1. es ist in der tat so, daß den grünen lobbyisten die macht entzogen werden muß
    und alle nachteile , insbesondere die gesundheitsgefährdung dieser kraftanlagen
    der öffentlichkeit bekannt gemacht wird. alle fakten auf den tisch.
    und vor allem in D: streichung aller subventionen.

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