Töten und Zerstören – Schmutzige Methoden für sog. saubere Energie

Nicht nur im Norden und Osten bedienen sich Windkraftprofiteure krimineller Methoden, um geschützte Arten zu eliminieren und Flächen für die Windkraftnutzung frei zu morden. Geradezu inflationär breitet sich diese Pest mittlerweile bundesweit aus.
Auch in Rheinland-Pfalz sollten sich rechtschaffende Politiker und Behördenmitarbeiter von der halbherzigen Praxis verabschieden, im Falle von Umweltfrevel und kriminellen Handlungen wie Vogelmord und Habitatzerstörung eine nur dreijährige Planungssperre zu verhängen und sich stattdessen für eine wirklich effiziente 10. Jahressperre nebst nachhaltiger Verfolgung der Straftäter und Strafen auf höchstem Niveau einsetzen. Gibt es diese noch?
Im Ringen um Windkraftnutzungsflächen inmitten artensensibler Flächen mit hoher Biodiversität und Vorkommen seltener und geschützter Arten haben wir in den vergangenen 14 Jahren immer wieder neue Attacken auf die Avifauna erlebt. So fiel u.a. in 2007 eine Wiesenweihe einen Giftköder zum Opfer, den sie beim Auffinden nur wenige Meter neben unserem Grundstück noch im Schnabel hatte. Weitere Giftköder waren ausgelegt und haben vermutlich etliche andere Tiere getötet.
Brütende und rastende Wildvögel auf und um unseren großen Teich, darunter eine hier als ausgestorben geltende Moorente, Nonnengänse, Regenpfeifer, Kiebitze u.a. wurden regelmässig durch zum Bellen animierte Hunde und Schüsse aufgeschreckt und vereinzelt auch abgeschossen.
Im Frühjahr zur Rückkehr der Brutvögel in ihre Reviere “spielen” Kinder und Jugendliche gezielt mit täuschend echt wirkenden Gewehren, die realistisch laute Schußgeräusche abgeben in Brutgebieten auf Feuchtwiesen, um die Tiere bei der Ankunft zu vergrämen. Vereinzelte Hunde und Rudel mit mehreren Tieren werden über durch die Brutgebiete in den Feuchtwiesen und Moore geschickt, so z.B. auch über unser jagdbefriedetes 6 ha großes Biotop, auf dem z.B. Bekassinen, Regenpfeifer, Lerchen, Schilf- und Seggenrohrsänger brüten.
Anderswo werden immer wieder Schlagfallen z.B. zur Tötung von Bodenbrütern wie Wiesen- und Rohrweihen entdeckt (siehe auch die Berichte vom Wattenrat in Ostfriesland)
Diese Vorkommen häufen sich grundsätzlich bei jeder neuen Regionalplanung und besonders zu Brut- und Rastzeiten.
Neben den Schlagopfern, die man regelmässig in Windkraftzonen findet, ist die Beobachtung derartiger krimineller Handlungen für jeden anwohnenden Naturschützer eine besondere Belastung und eine Schande für die Akteure mit ihrer hemmungslosen Profitgier.
JR

Allgemeine Zeitung

VG Alzey-Land
06.07.2018

Nester zerstört, Vögel vertrieben –
wurden für geplanten Windpark bei Bechtolsheim in der VG Alzey-Land Umweltdelikte begangen?

Leseprobe:
Die Polizei geht davon aus, dass es für die zerstörten Nester und verschwundenen Vögel keine natürliche Ursache gibt, es seien in einem Fall Spuren gefunden worden, die ins Feld führten. „Das deutet darauf hin, dass jemand am Nest war.“ Die Beamten bitten daher um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 06241-85 20.

Zur geplanten Konzentrationszone K3 hatten während der Offenlage mehrere Institutionen, Vereine und Behörden wegen möglicher Konflikte mit dem Artenschutz Bedenken angemeldet, unter anderem auch die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Alzey-Worms. Sie forderte eine sachgerechte artenschutzrechtliche Prüfung, da bisherige Erkenntnisse als nicht ausreichend bewertet wurden.

Alles lesen:
http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/alzey/vg-alzey-land/vg-alzey-land/nester-zerstoert-voegel-vertrieben–wurden-fuer-geplanten-windpark-bei-bechtolsheim-in-der-vg-alzey-land-umweltdelikte-begangen_18901451.htm#

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