Auch die Mafia schätzt die Förderung von Ökostrom

Geldwäsche

Grüne Energie für schmutzige Geschäfte: Warum Banden in Ökostrom investieren

FOCUS
Online-Experte Seyfi Günay
Montag, 23.04.2018, 14:17

Die organisierte Kriminalität richtet in Europa jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe an. Das verdiente Geld investieren die Täter in legale Geschäfte – zum Beispiel in Windparks.

Das organisierte Verbrechen in Europa verdient eine Menge Geld. Einem 2017 veröffentlichten Bericht von Europol zufolge schleusen professionelle Geldwäscher 29 Milliarden Euro durch das Banksystem – pro Jahr. Für kriminelle Organisationen, die darauf angewiesen sind, ihre illegal erwirtschafteten Profite vor dem Staat in Sicherheit zu bringen, ist Geldwäsche von immenser Bedeutung.
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Der Handel mit illegalen Drogen ist dabei der lukrativste Markt: Heroin steht an der Spitze der Liste, gefolgt von Kokain und Cannabis. Menschenhandel, Prostitution und illegales Glücksspiel, sowie der Schmuggel von Waffen und Korruption stellen weitere Haupteinnahmequellen dar. Das erwirtschaftete Geld stecken die Täter dann in legale Unternehmen – bevorzugt in Geschäfte, bei denen hauptsächlich bar bezahlt wird und der Geldfluss sich somit schwerer nachvollziehen lässt. Nachtclubs, Restaurants und Immobilien, aber auch die Baubranche und Speditionen werden dadurch zu Geldwaschmaschinen für Zuhälter und Drogenringe. Darüber hinaus sind vor allem Investitionen in erneuerbare Energien beliebt, um aus illegalem Geld legales zu machen.
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Leseprobe:

„Greenwashing“ mal anders

So hat beispielsweise die italienische Mafia Ökostromanlagen als Geschäftsfeld für sich entdeckt – insbesondere im Bereich der Windenergiebranche. Investitionen in grüne Projekte sind für die Mafia vor allem aus zwei Gründen besonders attraktiv. Zum einen bieten sie eine weitere Gelegenheit, kriminelle Erträge über legale Geschäfte zu waschen. Zum anderen eröffnen sie der Mafia eine hervorragende Möglichkeit, sich an der Ökostromförderung zu bereichern und somit von staatlichen Zuschüssen zu profitieren. Dadurch werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Schmutziges Drogen- und Erpressungsgeld wird gewaschen und wirft dank staatlicher Zuschüsse zusätzliches „sauberes“ Geld ab. Die Investitionen lohnen sich also doppelt.

Europol schätzt die Summe der jährlich allein in Sizilien investierten Mittel für Wind- und Solarenergie auf sieben Milliarden Euro. Das Schema, nach dem die Mafia vorgeht, ist dabei immer gleich: Nachdem Mittelsmänner Kontakt zu regionalen Behörden und lokalen Politikern aufgenommen haben, um Genehmigungen und Grundstücke für Windparks zu erkaufen, werden für den eigentlichen Anlagenbau häufig Subunternehmer aus dem Baugewerbe angeheuert. Nach der Inbetriebnahme werden die Anlagen dann an nationale und internationale Betreibergesellschaften weiterverkauft.

Eine Studie des UNODOC (United Nations Office on Drugs and Crime) geht davon aus, dass der Anteil von Geldwäsche am weltweiten Bruttosozialprodukt bis zu fünf Prozent beträgt. Die zunehmende Digitalisierung der Finanzwelt, zu der auch die wachsende Popularität von Kryptowährungen gehört, verschärft die Situation zusätzlich: Dank der neuen Technologien ist es für Kriminelle deutlich einfacher, Profite aus illegalen Geschäften auf scheinbar rechtmäßige Unternehmen und Einzelpersonen zu übertragen – und je tiefer das „schmutzige“ Geld in das internationale Bankensystem eindringt, desto schwieriger wird es, seine eigentliche Herkunft zu identifizieren.

Alles lesen:
https://www.focus.de/finanzen/experten/geldwaesche-gruene-energie-fuer-schmutzige-geschaefte-warum-banden-in-oekostrom-investieren_id_8812951.html
Mit Dank an Tilo für die Info!

Förderung parasitärer Systeme seit Jahren politisch positiv sanktioniert
Dass wir Stromkunden seit Jahrzehnten mit Milliardenzahlungen nicht nur die besonders gierige und rücksichtslose Windkraftbranche mästen, sondern die italienische Mafia und andere mafiöse Organisationen gleich mit, wird seit Jahren in den Medien und in Büchern beschrieben.
Wir berichteten bereits in 2013 auf windwahn.de  – klicken Sie hier, hier, hier, hier, hier und hier
Das scheint unsere Politiker allerdings nicht zu stören, denn das System funktioniert ungebremst auch weiterhin.

Offenbar ist eine Abkehr von der Förderung parasitärer Wirtschaftszweige, ob nationale und legale, weil in aller Einfalt selbst kreierte oder internationale und anerkannt kriminelle nicht von Interesse. Im Gegenteil, man versucht, dieses System mit immer neuen Ideen zur sog. Akzeptanzsteigerung weiterhin zu stützen.

Warum dies unkritisch weiter betrieben wird, sollte jedem zu denken geben…
JR

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