WHO: Europäische Lärmschutzrichtlinien auf einem guten Weg

Erfreuliches von der Weltgesundheitsorganisation

International Society for Environmental Epidemiology – ISEE – Internationale Gesellschaft für Umweltepidemiologie
https://ehp.niehs.nih.gov/isee/2016-p1-378-3686/

WHO report from 28th Annual Conference International Society for Environmental Epidemiolog, Roma, 2016

WHO – Umweltgeräusche für die Europäische Region:
Vom wissenschaftlichen Nachweis bis zur Formulierung von Empfehlungen

Einführung

Seit die letzten Lärmrichtlinien von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht wurden, hat bedeutsame neue Forschung auf dem Gebiet des Umgebungslärms und der Gesundheit stattgefunden. Das WHO-Regionalbüro für Europa koordiniert derzeit die systematische Überprüfung der einschlägigen Literatur, um Empfehlungen herauszugeben zum Schutz der öffentlichen Gesundheit im Rahmen der künftigen Lärmschutzrichtlinien der WHO für die Europäische Region.

Methoden

Die WHO hat international anerkannte Standards und Methoden für die Leitlinienentwicklung eingeführt, um sicherzustellen, dass die Richtlinien unvorbelastet sind und die Bedürfnisse der öffentlichen Gesundheit erfüllen. Aufbauend auf dem GRADE-Ansatz wurde ein spezieller Entscheidungsrahmen entwickelt, um die Qualität der Beweise für die Beziehung zwischen quellenspezifischen Umgebungslärm und gesundheitlichen Ergebnissen zu bewerten und so zu Empfehlungen für Lärmlimits zu kommen, deren Überschreitung ein erhöhtes Risiko für nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit beinhaltet.

Ergebnisse

Die Leitlinien beinhalten eine Überprüfung der Nachweise für kritische gesundheitliche Auswirkungen von Umgebungslärm:
Auswirkungen auf Schlaf, Ärger, kognitive Beeinträchtigung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hörbeeinträchtigung und Tinnitus.
Andere potenzielle Ergebnisse zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit weniger Beweiskraft werden auch systematisch überprüft, haben aber weniger Einfluss auf die Entwicklung von Empfehlungen:
Negative Geburtsergebnisse, Lebensqualität, Wohlbefinden, psychische Gesundheit sowie Diabetes und Stoffwechselerkrankungen.
Die untersuchten Lärmquellen umfassen Flugzeug-, Schienen-, Straßen-, Windenergieanlagen- und Freizeitlärm.
Darüber hinaus überprüfen die Leitlinien die potenziellen gesundheitlichen Vorteile von Lärmschutz und Interventionen zur Verringerung der Lärmpegel.

Schlussfolgerungen

Die Leitlinien geben aktuelle Informationen zu den gesundheitlichen Risiken von Umgebungslärm und evidenzbasierte Empfehlungen, um die WHO-Mitgliedstaaten der Europäischen Region bei ihren Bemühungen zu unterstützen, die Exposition an übermäßigem Umgebungslärm zu verhindern und zu kontrollieren.
Übersetzung Jutta Reichardt
https://ehp.niehs.nih.gov/isee/2016-p1-378-3686/

Kommentare: Schlafunterbrechungen gefährlicher als Lärmpegel

Viele nützliche andere Artikel. Einige weisen darauf hin, dass die Häufigkeit der Schlafunterbrechungen entscheidender ist als der Lärmpegel.
https://ehp.niehs.nih.gov/isee/isee-2016/?fwp_2016_topic_search=noise

Mit Dank für die Info an Ove Björklund aus Schweden!

Zur Erinnerung:

Im August 2016 haben wir auf Initiative meiner schottischen EPAW-Kollegin und Stadträtin Christine Metcalfe unsere Forderungen zur Überarbeitung der Lärmrichtlinien formuliert und eingereicht.

WHO Aktualisierung der Richtlinien
http://www.windwahn.de/index.php/wissen/hintergrundwissen/who-aktualisierung-der-richtlinien-zum-umweltlaerm.html

Ein parallel initiierter Offener Brief an die Mitglieder der WHO-Kommission zur Überarbeitung der Umweltlärmrichtlinien wurde von 150 Forschern, Wissenschaftlern und Betroffenen unterzeichnet – er liest sich wie das Who-is-Who der internationalen ILFN-Forschung.
http://www.windwahn.de/index.php/wissen/hintergrundwissen/offener-brief-an-die-fachkommission-der-who.html

Diese Aktivitäten mitsamt der Unterschriftenliste zu unseren Forderungen im Offenen Brief an die WHO führten definitiv zur Berücksichtigung unserer Kernforderungen.
JR

Original

Abstract Number: P1-378 | ID: 3686

World Health Organization Environmental Noise Guidelines for the European Region: from scientific evidence to formulation of recommendations

Marie-Eve Heroux*, World Health Organization Regional Office for Europe, Germany, herouxm@ecehbonn.euro.who.int; Jos Verbeek, Finnish Institute of Occupational Health, Finland, jos.verbeek@ttl.fi;

Introduction

Significant new research in the area of environmental noise and health has taken place since the last guidelines on noise were published by the World Health Organization (WHO). WHO Regional Office for Europe is currently coordinating the systematic review of pertinent literature in order to provide recommendations for the protection of public health as part of the upcoming WHO Environmental Noise Guidelines for the European Region.

Methods

WHO has adopted internationally recognized standards and methods for guideline development to ensure that guidelines are free from biases and meet public health needs. Building on the GRADE approach, a specific decision making framework has been developed to assess the quality of evidence of the relationship between source-specific environmental noise and health outcomes, and come to recommendations of noise exposure levels above which there is an increased risk of adverse health effects.

Results

The guidelines include a review of the evidence of the critical health effects of environmental noise: effects on sleep, annoyance, cognitive impairment, cardiovascular diseases, hearing impairment and tinnitus. Other potential health outcomes with less evidence are also systematically reviewed, but have less impact on the development of recommendations: adverse birth outcomes, quality of life, wellbeing and mental health, and diabetes and metabolic diseases. The noise sources considered include aircraft, rail, road, wind turbines and leisure noise. Additionally, the guidelines review the potential health benefits from noise mitigation and interventions to decrease noise levels.

Conclusions

The Guidelines provide up-to-date information on the health risks from environmental noise and evidence-based recommendations in order to support WHO Member States of the European Region in their efforts to prevent and control exposure to excessive environmental noise.

Zusatzinformation von Claes-Eric Simonsbacka, Schweden zur Überarbeitung der ISO-Standards:

Vorschlag für einen neuen internationalen Standard für Lärmmessungen an Windenergieanlagen

“Diejenigen, die in der Nähe von großen Windenergieanlagen leben, hören störenden, sehr tieffrequenten Schall im Innenbereich, eine Art Geräusch, das bei den älteren, kleineren WEA so nicht auftritt. Diese Störungen durch WEA-Lärm werden in der aktuellen Norm zur Messung von Lärm von Windenergieanlagen nicht berücksichtigt, IEC 61400- 11 (EN 61400-11) Dieser impulshaltige Lärm, tritt auf, nachdem das Rotorblatt den Mast passiert hat.

Deshalb wird bei der Entwicklung eines neuen internationalen Standards, IEC 61400-11-2, für Messungen dieser Art von Schall an Windkraftanlagen aero akustische Geräuschmesstechnik empfohlen. Der Vorschlag, bekannt als 88/625 / NP wartet auf die Kommentierung und Abstimmung durch die Mitglieder der IEC-Kommission, der internationalen Organisation für die Normung in der Elektro- und Elektronikindustrie und können bei SEK Swedish Elstandard, der schwedischen Organisation, die Mitglied der IEC ist, bestellt werden.

Der vorgeschlagene Standard soll die aktuelle IEC 61400-11 für den Lärm ergänzen, Sie wurde auch als europäische Norm verabschiedet und als schwedische Norm EN 61400-11 eingeführt.. Schwedische Akteure können sich an der Entwicklung des neuen Standards im Fachausschuss SEK TK 88 beteiligen.”
Übersetzung Jutta Reichardt

Mit Dank an Claes-Eric für seine Informationen!

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