Drastischer Vogelschwund in Deutschland

NABU: 12,7 Millionen Vogelbrutpaare in Deutschland verloren

Der NABU fordert die Koalitionsparteien einer neuen Bundesregierung daher dringend dazu auf, die Notbremse zu ziehen, und eine  grundlegende Reform der Agrarförderung auf EU-Ebene durchzusetzen.

“Aufgrund dieser dramatischen Zahlen muss man von einem regelrechten Vogelsterben sprechen. Während wir es schaffen, große und seltene Vogelarten durch gezielten Artenschutz zu erhalten, brechen gleichzeitig die Bestände unserer Allerweltsvögel ein. Sie finden einfach in unserer heutigen aufgeräumten Agrarlandschaft außerhalb von Naturschutzgebieten keine Überlebensmöglichkeiten mehr”, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Ein verblüffend ähnliches Muster wie bei der Entwicklung der Vogelzahlen zeigt sich bei der Zahl der Insekten: Eine gestern in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Studie hat bisherige dramatische Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland bestätigt. Seit den 90er-Jahren hat dort die Biomasse der Fluginsekten zwischen 76 bis 81 Prozent abgenommen. Durch die große Anzahl der untersuchten Standorte und Lebensräume kann die Studie als repräsentativ für ganz Deutschland erachtet werden. “Ein direkter Zusammenhang mit dem Vogelrückgang ist sehr wahrscheinlich, denn fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit Insekten”, so Lachmann.

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Mit Dank an Gerti für die Info!

Natürlich finden Sie in der NABU-Presseerklärung keinen Hinweis auf die Gefahren für die Avifauna durch die Windkraft. Letztlich wird nur eine neue Haltung zur Agrarförderung gefordert, was natürlich richtig und längst überfällig ist. Dass aber parallel auch Eingriffe ins deutsche Naturschutzrecht, veranlasst von der SPD-Umweltministerin Hendricks zugunsten von WEA, die eine permanente Gefahr für die Avifauna darstellen, die weltweit und in der BRD jährlich Millionen von Vögeln durch Vogelschlag und Milliarden von Fledermäusen durch Barotrauma töten, dazu die Avifauna durch Vergrämung ihrer Habitate berauben und gierige Windkraftprofiteure animieren, den Tieren ebenfalls nachzustellen und diese in potenziellen Windkraftindustriezonen zu töten und zu vertreiben, wird nicht thematisiert.
Schade! Denn dieses Übel hat sich bereits vor 2 Jahrzehnten (1998 begann in SH die dritte Welle des massenhaften Ausbaus und der Industrialisierung mit Windkraft) zur industrillen Landwirtschaft gesellt. Aber während die Landwirtschaft als ‘böse’ Zerstörung der Natur gilt, ist die Windkraftnutzung (und bleibt offensichtlich…) die Zerstörung der Natur, die angeblich dem guten Zweck der Wetterrettung dient.
JR
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