PROGRESS – Studie über Kollisionsraten von (Greif-) Vögeln

von windwahn.de übertragen – dort veröffentlicht am 21.01.2016

Das Projekt PROGRESS wurde von BioConsult SH in Zusammenarbeit mit ARSU, IfAÖ und der Universität Bielefeld durchgeführt. Es galt der Ermittlung der Kollisionsraten von (Greif-) Vögeln und der Schaffung planungsbezogener Grundlagen für die Prognose und Bewertung des Kollisionsrisikos durch Windenergieanlagen.

Suche nach KollisionsopfernKollisionen von Vögeln (und Fledermäusen) gelten als ein zentrales Konfliktfeld zwischen dem Ausbau der Windenergienutzung und dem Naturschutz. Da zahlreiche Vogelarten und alle Greifvogelarten besonderen gesetzlichen Schutz genießen sind Kollisionen ein wichtiger artenschutzrechtlicher Aspekt in den Genehmigungsverfahren.

Mehr: Projektbeschreibung Progress
http://bioconsult-sh.de/site/assets/files/1497/1497_projektbeschreibung-progress_20120112.pdf

“2014 und 2015 wurden der Brutbestand und der Bruterfolg des Mäusebussards auf zwei größeren Probeflächen im Landesteil Schleswig untersucht, für welche Vergleichsdaten aus früheren Jahrzehnten vorliegen. Dabei wurde festgestellt, dass das aktuelle Bestandsniveau des Mäusebussards auf etwa ein Drittel des Bestandes zur Jahrtausendwende zurückgegangen ist. Die wahrscheinlichste Ursache für diesen Rückgang scheint die festgestellte geringe Überlebenswahrscheinlichkeit der Nestlinge zu sein.”

Zum Mäusebussard aus Erneuerbare Energien mit Verweis vom 07.01.2016:

Fokus auf Mäusebussard

Doch es kommt noch schlimmer. Lars Lachmann, Referent Ornitologie in der Bundesgeschäftsstelle des Nabu, erklärt, was den eigentlichen Neuigkeitswert der Studie ausmacht: „Das Zwischenergebnis der Progress-Studie zeigt, dass Rotmilan und Mäusebussard durch die Windkraft in der Population bedroht sind.“ Der Mäusebussard war bisher noch nicht im Visier der Vogelschützer. Und mit ihm hat die Windbranche ein weit größeres Problem als mit dem Rotmilan. Denn: „Man wird wenige Standorte finden, an denen kein Mäusebussard ist.“ Mit anderen Worten: Würde der Mäusebussard zum Ausschlusskriterium für die Windkraft, könnte das den Windkraftausbau komplett lahm legen, weil diese Vogelart überall in Deutschland vorkommt.

Davon, dass es sich bei BioConsult SH um eine, besonders auch für die Windkraftbranche unverdächtige Beraterfirma handelt, können Sie sich unter Referenzen überzeugen:
http://bioconsult-sh.de/de/referenzen/
und hier feststellen, dass sich die Auftraggeber und Partner-Liste liest, wie das Who is Who der Windkraft:
http://bioconsult-sh.de/de/referenzen/auftraggeber-und-partner/

Dass nun ein windiges Unternehmen eine durchsichtige “Expertise”erstellt, um die PROGRESS-Arbeit zu widerlegen, beweist einmal mehr, dass Windkraftprofiteure ihre Interessen um jeden Preis durchsetzen wollen.
Kohle Nusbaumer wurde auch engagiert, um Artenschutzbedenken zum Windkraftausbau in Hessen auszuräumen. Zum Faktencheck im Dezember 2014 stellte derselbe “Experte” der Windkraft die Unbedenklichkeit in punkto Artenschutz aus:

Faktencheck Umwelt- und Naturschutz – Faktencheck Energieland Hessen
http://www.energieland.hessen.de/natur_und_umweltschutz
http://www.energieland.hessen.de/mm/Dr.Oliver_Kohle.pdf

Kohle Nusbaumer

Windenergie und Rotmilan: Ein Scheinproblem

Aus 4. Schlussfolgerung

Die fehlende Meideverhalten und damit die Annäherung an Windenergieanlagen bis auf ungefährliche Distanzen ist von grossem Vorteil für die Bestände des Rotmilan, weil sein Lebensraum auch nach Errichtung von Windenergieanlagen ohne nennenswerte Einschränkungen erhalten bleibt. Aus diesen Gründen und nicht zuletzt wegen der Möglichkeit populationswirksamer Kompensations-massnahmen, wie z.B. einer Erhöhung des Nahrungsangebots durch geeignete Ausgleichsflächen mit dem Ziel der Steigerung des Bruterfolgs, ist der Rotmilan mit Windenergie kompatibel. Mindestabstände zwischen Windenergieanlagen und Rotmilanhorsten haben weder einen nennenswerten Einfluss auf die Bestände noch sind sie wegen der hohen Fluktuation von Brutplätzen sinnvoll. In aufeinanderfolgenden Jahren kommt es bei 75 % der Brutreviere zu einem Wechsel des Brutplatzes, der sich teils innerhalb des Brutwaldes vollziehen kann, sich teils aber auch auf andere Wälder über grössere Entfernungen hinweg ausdehnt. Insbesondere Mindestabstände von über 500 m stellen eine erhebliche Einschränkung für den Ausbau der Windenergie dar, ohne nennenswert zum Schutz des Rotmilans beizutragen. Der Spitzenplatz des Rotmilans in der zentralen Fundkartei der Vogelwarte Brandenburg ist nicht Folge einer hohen Kollisionsgefährdung. Er ergibt sich aus der Tatsache, dass von fast allen Vogelarten nur eine verschwindend geringe Zahl von Fundmeldungen vorliegt. Selbst von den drei häufigsten Vogelarten in Deutschland, deren jährliche Verluste zusammen 100 Millionen übersteigen, werden nur vereinzelt Funde unter Windenergieanlagen registriert, trotz langjährigem Beobachtungszeitraum und zahlreichen Umweltfolgeuntersuchungen, mit dem Ziel, Windkraftopfer zu finden.

Lesen Sie zu Gefälligkeitsgutachten auch den Artikel von Fritz Heydemann, NABU SH:
https://schleswig-holstein.nabu.de/politik-und-umwelt/energie/windenergie/19980.html

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