Der Speer, der Wunden schließt: WKA und andere Netto-Null-Technologieprodukte

Der Wattenrat macht in seinem Beitrag „Neues aus dem EU-Brutkasten: NetZero-Region im Nordwesten für „beschleunigte Genehmigungsverfahren“ auf den „Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Rahmens für Maßnahmen zur Stärkung des europäischen Ökosystems der Fertigung von Netto-Null-Technologieprodukten“ aufmerksam.

Bereits die Abbildung auf der Seite des Europäischen Parlaments zur „Netto-Null-Industrie-Verordnung“ zeigt, dass die Bürger mit diesen „sauberen Technologien“ sauber verschaukelt werden sollen. Statt rauchender Schornsteine, wie sie auf der linken Seite des Bildes, die die Vergangenheit symbolisiert, sichtbar sind, ist auf der rechten Seite, die die Zukunft zeigt, eine deindustrialiserte Landschaft zu sehen, in der nunmehr Bäume aus den Schornsteinen der Fabriken wachsen. Die Netto-Null-Technologien wie Batterien, Wärmepumpen, Sonnenkollektoren, Elektrolyseure, Brennstoffzellen, Windkraftanlagen sowie CO2-Abscheidung und -Speicherung mit ihren Schadwirkungen, die die totale Deindustrialisierung, in der dann, wie das Bild deutlich macht, die Sonne scheinen wird, ermöglichen sollen, werden aber wohlweislich weggelassen.

Die Argumentation des EU-Parlaments und des EU-Rates kann absurder, als sie ist, kaum sein. Zunächst wird in dem Vorschlag festgestellt, dass die Netto-Null-Technologien „steigende Kosten für Energie und Betriebsmittel“ verursachen:

„In anderen Sektoren, wie Windkraftanlagen und Wärmepumpen, in denen die EU-Industrie nach wie vor stark ist, zeigt unsere Handelsbilanz eine Verschlechterung, und die EU-Hersteller sind mit steigenden Kosten für Energie und Betriebsmittel konfrontiert. Darüber hinaus gibt es im Bereich der CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) derzeit einen Mangel an CO2-Speicherstätten, was dem Entstehen einer CCS-Wertschöpfungskette in der EU hinderlich ist.“ (S. 2)

Die Folgen der durch die höhreren Energiekosten verursachten Energiekrise werden benannt:

„Darüber hinaus waren im vergangenen Jahr viele europäische Sektoren, besonders die energieintensiven Industrien (beispielsweise im Bereich Düngemittel, Stahl und Zement) stark von der Energiekrise betroffen.“ (S. 2)

Das Motto des Vorschlages zur Erlangung der Netto-Null lautet „Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug“. Folglich kommen das EU-Parlament und der EU-Rat nicht zu der Einsicht, dass man mit den Technologien, die steigende Kosten für Energie verursachen, Schluss machen sollte, sondern vielmehr zu dem Schluss:

„Um auf ihrem Weg zur Erreichung ihrer Dekarbonisierungs- und Null-Schadstoff-Ziele wettbewerbsfähig zu bleiben und das Kreislaufprinzip aufrechtzuerhalten, benötigen diese Industriezweige Zugang zu Netto-Null-Technologien wie Batterien, Wärmepumpen, Sonnenkollektoren, Elektrolyseuren, Brennstoffzellen, Windkraftanlagen sowie CO2-Abscheidung und -Speicherung.“ (S. 2)

Nach etwas mehr als zwanzig Seiten werden die Verschlechterung der Handelsbilanz und die steigenden Kosten für Energie und Betriebsmittel, die am Anfang beklagt wurden, zu einem „Wettbewerbsvorteil“ erklärt:

„Die Hersteller von Wind- und Wärmepumpentechnologien in der Union müssen ihren Wettbewerbsvorteil konsolidieren und ihre aktuellen Marktanteile im Laufe dieses Jahrzehnts im Einklang mit den Prognosen der Union für den Einsatz vonTechnologien zur Erreichung ihrer Energie- und Klimaziele bis 2030 bewahren oder vergrößern. Das bedeutet eine Fertigungskapazität der Union für Windkraft von mindestens 36 GW bzw. für Wärmepumpen von mindestens 31 GW im Jahr 2030.“ (S. 25f.)

Nach 2030 erleben wir dann voraussichtlich Verzückung und Erlösung. Heiliges Blut wird aus den Windrädern und Wärmepumpen fließen:

„Den heil’gen Speer –
ich bring’ ihn euch zurück!
Der deine Wunde durfte schließen,
ihm seh’ ich heil’ges Blut entfliessen.“

Quelle: https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20231031STO08721/netto-null-industrie-verordnung-forderung-sauberer-technologien-in-europa

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