Greifvögel und WKA

Kollision von Greifvögeln mit Windenergieanlagen

Freitag, 19. Februar 2010

Kollisionen von Greifvögeln und Eulen an Rotorblättern von WEA
(c) www.windwahn.com

Das Foto eines Wespenbussards, der wenige Meter vor der sich drehenden Rotorspitze zurückschreckt und damit einen Zusammenstoß gerade noch verhindern kann, illustriert auf beeindruckende Weise die Kollisionsgefahr an Windenergieanlagen (WEA) , der insbesondere Vogelarten ausgesetzt sind, die eigentlich mit einem sehr guten optischen Sinn ausgestattet sind.

Doch Geschwindigkeiten der Rotorspitzen von WEA von 200 km/h überfordern offensichtlich auch Greifvögel, die in der Natur solch schnell sich bewegenden Objekten normalerweise nicht ausgesetzt sind.Neue publizierte Forschungsergebnisse des britischen Sinnesphysiologen Graham Martin legen nahe, dass Großvogelarten mit eingeschränkten Gesichtsfeldern (Ergebnis von Lage, Form und Größe der Augen) im weiträumig freien Luftraum auftauchende Strukturen wie z.B. Freileitungen nicht wahrnehmen können, wenn sie im Flug nach unten schauen. Das erklärt auch, warum Vögel wie z.B. Großtrappen in größeren Zahlen auch an Freileitungen verunglückten, die zur besseren Sichtbarkeit markiert worden waren. Greifvögel und Eulen haben ebenfalls kleine Gesichtsfelder und Arten wie Rotmilan und die Weihenarten blicken im Flug häufig nach unten. Prof. Martin geht davon aus, dass diese Eigenschaften auch eine (Teil-) Erklärung für die vielen Kollisionen von Greifvögeln und Eulen an Rotorblättern von WEA sind.

Totfunde von Tag- und Nachtgreifen unter WEA in den Hellwegbörden und deren Umgebung

In den letzten Jahren gab es auch in der Hellwegbörde (große Teile sind Europäisches Vogelschutzgebiet) und auf der Paderborner Hochfläche einige Zufallsfunde von toten Greifen unter WEA: 2 Rotmilane, 1 Wanderfalke und 1 Uhu (siehe Fotos). Bei zwei Fällen von Wiesenweihen mit Flügelbrüchen (bei Haarhöfe und Marsberg-Meerhof; Näheres zu einem hier) war nicht eindeutig zu klären, ob die noch lauffähigen Vögel mit einer WEA oder mit einem KFZ kollidiert waren.
Es gibt zudem einige Beobachtungen von Greifvögeln in der Hellwegbörde, die gefährlich nah an den Rotoren von WEA flogen. Dies sind bisher Rotmilan, Wiesenweihe, Rohrweihe, Kornweihe (siehe Foto), Mäusebussard, Turmfalke und Fischadler. Der bei Effeln im April in Rotorhöhe ziehende Fischadler zeigte ein ähnlich spätes Ausweichverhalten wie der abgebildete Wespenbussard (eigene Beobachtung).

hier weiterlesen: http://abu-naturschutz.de/naturschutzthemen/windkraft.html

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