Brief eines ehemaligen Grün-Wählers an die grünen Vorsitzenden vom anderen Stern

Wie Tausende Mitstreiter unter den Windkraftgegnern hat auch der Musiker Guntram Pauli einst die Grünen unterstützt – bevor sie sich vom Naturschutz ab- und dem ‘Klimaschutz’ zugewendet haben, um bundesweit mit aller Kraft, beflügelt von ihrer Welt- und Wetterretterideologie, Mensch und Natur mit Windkraftwerken zu belasten.
Er bezieht sich in seinem Offenen Brief auf zwei TV-Sendungen, in denen die kleinen Parteien um die Wählergunst wetteifern, nochmal anzuschauen bei YouTube:

“Der TV-Dreikampf von Linken, Grünen und CSU” im ZDF
https://www.youtube.com/watch?v=1x_DoLH8V7E

“Der Fünfkampf nach dem TV-Duelle” in der ARD
https://www.youtube.com/watch?v=OIdjJumNw3k

Mit Dank an Guntram!

Sehr geehrte Frau Göring-Eckardt,
Sehr geehrter Herr Özdemir,

ich nehme die beiden TV-Diskussionen Anfang der Woche, in denen Sie Ihre Partei repräsentierten, zum Anlass, einen leidenschaftlichen Appell an Sie zu richten.

Er wird Sie nicht zum Umdenken bewegen, da habe ich nicht die geringste Illusion, aber ich bitte Sie, ihn dennoch ernst zu nehmen. Schließlich geht es um die politische Legitimation und nicht zuletzt um die Zukunft der GRÜNEN, die seit ihre Gründung immer meine Partei war. Bis vor ein paar Jahren, dann habe ich mich erst mit Zögern, irgendwann mit Grausen abgewandt. Fatal, denn 90 Prozent dessen, was in Ihrem Wahlprogramm steht (und was Sie beide auch in den Sendungen in die Diskussion gebracht haben) kann ich sofort unterschreiben. Schon lange aber nicht mehr die Grundaussage Ihres “Kernthemas”.

Wenn Sie klug sind, bedenken Sie meine Einwände. Schlicht deshalb, weil sie repräsentativ für inzwischen ‘zigtausende Menschen in unserem Land sind.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass es momentan deutschlandweit über 1.000 Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen gibt, darunter etliche Natur-, Arten- und Landschaftsschutzorganisationen. Ich gehöre einer von ihnen an. Und nachdem ich mich seit Jahren intensivst mit dem Thema beschäftige und über meine BI mit den anderen vernetzt bin, weiß ich, dass die meisten ihrer Mitglieder wie ich quasi aus der grünen “Ursuppe” kommen, viele sogar Parteimitglieder waren.

Im Normalfall leben sie nicht in Städten, sind also von dem besonders betroffen, was WKAs – die “Grundpfeiler” der Energiewende – inzwischen anrichten. Sie sehen die massive Zerstörung der Natur, haben Angst um Vögel und Fledermäuse, machen sich größte Sorgen um ihre Gesundheit, und nicht zuletzt um ihr Eigentum, das teilweise dramatisch an Wert verliert, sofern es sich in der Nähe sogenannter Windparks befindet.

Zugegeben, es ging vermutlich bei den meisten los wie bei mir: Erneuerbare Energien ja, aber bitte nicht vor meiner Haustür! Auch ich war ein paar Wochen lang ein “Nimby” (Not In My Back Yard). Aber eben nur ein paar Wochen lang. Denn als ernsthaftes Argument taugt das nicht. Und deshalb folgte zwangsläufig meine intensive Auseinandersetzung mit dem Für und Wider von Windkraft, und nicht zuletzt auch generell mit unserer Energiewende.

Am Schluss war nichts mehr wie vorher. Windräder, bis vor nicht allzu langer Zeit Wahrzeichen für eine lebenswerte Zukunft, waren mit einem Mal Symbole für rücksichtslose Naturzerstörung, Macht und Gier. Der ökologische Nutzen ist lächerlich, wie Zahlen belegen (2016 haben 27.000 WKA mit 2,1 Prozent zu unserer Primärenergie beigetragen), ökonomisch ist das Projekt schlicht wahnsinnig (2016 hat das EEG 29,2 Mrd. Euro für die Erzeugung von Strom verschlungen, der an der Börse nur noch einen Bruchteil davon wert war).

Und wenn es nach den Plänen Ihrer Partei geht, ist das nur der Anfang. Um Ihre Ausbauziele zu erreichen, wäre Deutschland bis 2050 wirklich flächendeckend “verspargelt”. Von gigantischen Solarflächen und noch viel größeren Mais-Anbauflächen, die unseren Boden zerstören, einmal ganz abgesehen. Ein Land, in dem ich nicht mehr leben möchte!

Die Begründung für all das ist “Klimaschutz”. Sind Sie sicher, dass wir unser Klima schützen können? Nicht die Umwelt, die Natur, sondern das Klima? Haben Sie daran wirklich nicht die geringsten Zweifel? Auch nicht angesichts der Tatsache, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre gerade einmal 0,04 Prozent beträgt (davon menschgemacht 5 Prozent), dass er in der Erdgeschichte schon einmal bei 0,7 Prozent lag. Dass es in den letzten paar hunderttausend Jahren schon weitaus wärmer war als jetzt, und dass diesen Warmphasen jeweils höhere CO2-Konzentrationen folgten – und nicht etwa umgekehrt, wie uns tagtäglich weisgemacht wird.

Wenn Sie, sehr geehrte Frau Göring-Eckardt, die momentanen Naturkatastrophen in der Karibik und in Asien in Zusammenhang mit Windparks in Brandenburg bringen, dann ist das, gelinde gesagt, sehr gewagt. Wissenschaftlich durch nichts zu begründen, aber halt so populär, dass man sich keine Sorgen machen muss, deshalb als Märchenerzähler hingestellt zu werden. Nicht vom Mainstream, und nicht von den politischen Kontrahenten, die zumindest nicht widersprechen (eben weil es dem Mainstream entspricht und alle gewählt werden wollen).

Vielleicht gestehen Sie zu, dass man über das Thema zumindest diskutieren kann, auch wenn sich angeblich 97 Prozent aller Wissenschaftler einig sind, die momentane Erderwärmung sei durch den Menschen – respektive CO2 verursacht. Es sind übrigens beileibe nicht 97 Prozent, und selbst wenn es so wäre, ist für mich die Qualität von Argumenten entscheidend, nicht die Quantität. Und es ist schon grotesk, dass sich die GRÜNEN der gleichen Argumente bedienen, mit denen einst Maggie Thatcher die Kernkraft in England etabliert hat.

Wie auch immer – plötzlich scheint “Klimaschutz” gegen Natur- und Umweltschutz zu stehen. Zwei Ihrer Repräsentanten (Kretschmann und Habeck) machen keinen Hehl daraus, wenn sie fast wortgleich sagen “Der Ausbau regenerativer Energien kommt vor Umweltschutz”. Wie bitte? Mir dreht sich der Magen um, wenn jemand das Durchschnittswetter von 30 Jahren zu schützen vorgibt und die Umwelt, also insbesondere auch unsere Lebensgrundlagen Natur und Artenvielfalt, sowie die Gesundheit von Mensch und Tier dafür opfert.

Sie, Herr Özdemir, versteigen sich sogar dazu, pathetisch an den politischen Gegner zu appellieren, er möge sich angesichts des “C” in seiner Partei an die “Schöpfung” erinnern. Schwer zu ertragen! Ich fahre als Musiker kreuz und quer durch Deutschland und sehe mit Grausen, was aus dieser Schöpfung gemacht wird. Die letzten heilen Naturflächen müssen Industrieanlagen weichen, über deren Sinn (s. o.) man zumindest streiten kann. Meine Wahlheimat hier in Nordhessen, eine der waldreichsten Gebiete in Deutschland, fällt diesem Raubbau an Fauna und Flora gerade massiv zum Opfer. Dann fahre ich zu meinen Auftritten an den Bodensee oder in die alte Heimat Oberbayern. Und was stelle ich fest? Von Stuttgart bis zur Schweizer Grenze ist so gut wie kein Windrad zu sehen, ebenso wie fast am gesamten Alpenrand Richtung München und weiter nach Bad Reichenhall. Nur wunderschöne, unberührte Landschaft. Und da sagen Sie dem bayerischen Innenminister, er möge sich auf die Schöpfung besinnen! Absurd! Dass Sie dafür nicht massenhaft politische Prügel einstecken müssen, ist nur der Tatsache geschuldet, dass “Klimarettung” zu einer Art Ersatzreligion geworden ist, die momentan noch alles an Argumenten wegspült und ihre Zweifler geradezu als Ketzer an den Pranger stellt.

Noch  ist es so, aber die Vernunft greift langsam aber sicher um sich. Plötzlich erkennen auch Städter bei ihren Ausflügen aufs Land den Raubbau an der Natur und fragen sich, welche Legitimation die Zerstörung von Natur und Landschaft eigentlich haben. Und mit einmal beginnt eine zarte Diskussion über die “anthropogene Erderwärmung”. Dramatische Fotos von verhungernden Eisbären taugen bestenfalls noch für den Kindergarten, und dank Internet ist es möglich, sich intensiv auch mit den Argumenten sogenannter Klimaskeptiker zu beschäftigen.

Nicht ausgeschlossen, dass sich die Geschichte von der menschgemachten Klimaerwärmung bald als Märchen entpuppt. Dass, selbst wenn man daran glaubt, immer deutlicher wird, dass ein positiver Effekt unserer “Energiewende”  bestenfalls im homöopathischen Bereich liegt. Dann allerdings hätte Ihre Partei die Legitimation verloren, nachdem sie sich ohne Wenn und Aber auf den “Klimaschutz” als Kernthema gestürzt hat.

Meine Hoffnung auf Einsicht ist gering. Schade, es war doch einmal meine Partei.

Mit freundlichen Grüßen

Guntram Pauli

37218 Witzenhausen
Web: www.guntram-pauli.de

Guntram Pauli ist Autor des Romans “Abwind”

Abwind – Spannender Insiderroman beschreibt den Windwahn in der Provinz

 

3 Kommentare

  1. Ich kann Guntram sehr gut verstehen.

    Am 12. Dezember 1985 wurde Joschka Fischer auch durch meine Mithilfe als erster grüner Landesminister vereidigt. Zuvor wollte der Landesbetonfacharbeiter Börner (SPD) ihn und die anderen grünen Abgeordneten mit der Dachlatte aus dem Landtag prügel.

    Dieser 12. Dezember 1985 war der Startschuß für den einzigartigen Wandel einer Partei von der wichtigsten Umweltschutz- und Menschenrechtsbewegung in Deutschland hin zum politischen Arm der Ökofaschisten.

    Wie ich, haben sich viele Naturschützer und später Windkraftgegner (nicht zu verwechseln mit NIMBYs) in den darauffolgenden 32 Jahren desillusioniert von dieser Partei abgewendet.

    Das Ergebnis der nächsten Bundestagswahl werden sich die Grünen selbst zuzuschreiben haben. Ebenso das Abschneiden von FDP und AfD.

    In fast 10% aller Gemeinden in Deutschland hat sich Widerstand gegen die grüne WEA-Ideologie formiert. Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten und politischer Orientierung haben sich zusammengeschlossen, um für ihre Heimat, ihre Natur und ihre Gesundheit zu kämpfen. Als Reaktion werden sie von den Grünen, aber auch von SPD und Linke, in die rechte Ecke gestellt. Ein Totschlagargument, das einem Erfolg für die Grünen bei zukünftigen Wahlen entgegensteht.

    Es ist nur eine logische Konsequenz, dass Menschen wie ich keine andere Wahl haben, als unser Kreuz bei FDP oder AfD zu machen. Die beiden Parteien sind die einzigen, die sich gegen den Irrsinn Windenergie und EEG positionieren.

    Hier noch meine Wahlprognose für den 24.09.2017:
    CDU/CSU 39%
    SPD 21%
    FDP 11%
    AfD 11%
    Grüne 6%
    Linke 8%

    In diesem Sinne
    Gut Kreuz
    Marco Bernardi

  2. Lieber Guntram Pauli,
    danke für diesen offenen Brief! Er spricht so vielen aus dem Herzen! Uns auch.
    Und lieber Marco, es ist schon komisch, wo wir uns jetzt als Wähler wiederfinden, oder?
    Wir haben ja neulich schon darüber gesprochen, für wie gefährlich wir die AFD halten, daher nur kurz als Ergänzung zu deiner Wahlprognose: Wir würden uns wünschen (!!), dass die FDP drittstärkste Partei wird und die AFD möglichst unter 5% bleibt. Die Grünen unserethalben auch, vielleicht ist ihnen das mal ein Anlass nachzudenken!

  3. Was denn, bitte sehr, ist denn so gefährlih an der AFD?
    ..daß die AFD alle Voraussetzungen für eine demokratisch wählbare Partei erfüllt?
    ..daß die AFD sich eindeutig zum GG und der freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennt und exakt das Gegenteil von weiland SRP und DRP der Herrn von Thadden und Remer darstellt?
    .. daß die AFD die Existenz des sog. Klimawandels anerkennt, wohl aber dessen Anthropogenität als absurd geißelt? (kommt uns doch bekannt vor.)
    .. daß die AFD ca 10 % der BRD-Bevölkerung rechts von Angela Merkels sozialdemokratischer CDU wieder eine Art politischer Heimat zu geben versucht?
    ..daß die AFD dem Unwesen der political correctness, die sich wie Mehltau über alles politische Geschehen gelegt hat, den Kampf ansagt?
    … daß die AFD davor warnt, daß der Mininapoleon aus dem Elysee mit Hilfe von Junker, Merkel, Schäuble und anderen Teile des (vor allem deutschen) Budjetrechts mit ungehindertem Zugriff auf die nationalen Steuermittel einem EU-Finanzminuster überantwortet sehen möchte, um die marode eigene Wirtschaft und südeuropäische Großbanken zu sanieren, besser zu alimentieren?
    .. daß die AFD vor der Abschaffung des Bargeldes als einen Hort unseres Restes an individueller Freiheit dringend warnt?
    .. daß Alexander Gauland, AFD, den Mut aufbringt, eine Lanze zu brechen für die Ehrenrettung Millionen deutscher Verstorbener, ehem. Wehrmachtsangehöriger, von denen der weitüberwiegende Teil nicht an den schwern Verbrechen von SS, sog. Sondereinheiten und eines relativ kleinen Teils junger Offiziere und Unteroffiziere mit HJ und z.b. NAPOLA Herkunft?
    .. daß die AFD die Ansicht vertritt, daß der Islam nicht zu Deutschland gehört?
    .. und daß, last but not least, die AFD der Energiewende samt EEG und Privilegierung, kurzum dem ganzen Windwahn eine klare Absage erteilt?

    Zum Schluß:
    Diese Partei gäbe es doch nicht, wenn nicht die Etablierten, wenn nicht Staat und Gesellschaft die Voraussetzungen geschaffen/zugelassen hätten.
    In der AFD muß sich noch sehr die Spreu vom Weizen trennen, damit sie die Hoffnung von 6-8 Millionen Mitbügern erfüllt, daß es in Deutchland weder eine national-konservative Parti ohne rechtsextreme Ausschläge geben wird.

    Links hat sich ja reichlich genug parteipolitisches angesiedelt, übrigens ohne mit Schimpfworten wie Linkspopulismus oder ähnlich liebevollem von den Meinungsmachern bedacht zu wwrden.

    FDP als Windkraftgegner wählen? Geht’s noch? Diese Partei apriori zu den Windkraftprotagonisten gehörend, von Genscher in den frühen 80er Jahren begonnen bis zur Jamaika-SH 2017 hat sie den Windwahn vorangetrieben und die (Zer-)störung von Mensch, Natur und Landschaft maßgeblich mit zu verantworten. Vertrauen in “neu” FDP, besser die Lindner Einmannshow, zu setzen ist mehr als gewagt. Deshalb alle Zweifel sind angesagt trotz der NRW-Schwalbe, die noch keinen Sommer macht.

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